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Fairtrade-Unterricht an der Panoramaschule

Von Pfarrbuero | 20.07.17

faires-fruhstuck-2.JPGfaires-fruhstuck-1.JPGIm Jahr 2015 hat die Kolpingsfamilie Plochingen zusammen mit der Dekanatsbeauftragten für Schulpastoral / Kirche und Schule im Dekanat Esslingen-Nürtingen, Gemeindereferentin Nicole Schmieder, damit begonnen an drei Unterrichtstagen zum Thema „Fairer Handel“ an der Panoramaschule zu unterrichten.

Dazu stellte die Kolpingsfamilie Plochingen ihren Teil des Unterrichtsmaterials zur Verfügung, das auf Verbindungen und Erfahrungen mit rd. 60 Nationalverbänden beruht, die in über 160 Jahren weltweit aufgebaut wurden.

Im ersten Teil des Unterrichts erläutert Uwe Schorsch den Schülern anhand des Lebenslaufs von Adolph Kolping und einer entsprechenden Bildgeschichte die Entwicklung aus der Armut des 19. Jahrhunderts bis in die 1950er-Jahre.

Besonders spannend ist für die Schüler die Erkenntnis, dass die Menschen früher in ihren Haushalten kein fließendes Wasser zur Verfügung hatten und in Plochingen, wie auch in den meisten anderen Gemeinden, erst Mitte der 1920er-Jahre Wasserleitungen in die Häuser gelegt wurden. So floss dann wohl Wasser aus den Hähnen, aber nur kaltes – von wegen mit einem Einhebelmischer als Auswahl von kalt und warm.

Ähnlich war es mit dem Strom. Die Schülerinnen und Schüler waren überrascht - es gab keinen Kühlschrank, kein Radio, kein Fernseher und nichts von den Annehmlichkeiten, die heute zum Standard eines Haushalts gehören.

Das Kraftwerk Altbach wurde ja erst um die Wende vom 19. ins 20. Jahrhundert in Betrieb genommen.

Und dann waren ja noch 2 Weltkriege, die eine Entwicklung des Wohlstandes verhinderten. Noch bis zum Februar 1950 konnten Lebensmittel nur auf Marken bezogen werden. Das belegt Uwe Schorsch mit den letzten Lebensmittelmarken, die seine Mutter aus dieser Zeit noch aufgehoben hat.

Mit aktuellen Bildern aus den Entwicklungsländern zeigen Beatrix Schäfer und Nicole Schmieder dass in den meisten Ländern der Erde die Verhältnisse noch denen ähneln, wie bei uns in Deutschland vor 200 Jahren oder früher. In Gruppenarbeiten wird dann dargestellt, dass Familien, für deren Eltern aufgrund des Fairen Handels bessere Arbeitsbedingungen geschaffen wurden und sozial gerechte Löhne gezahlt werden, sich ein bescheidener Wohlstand entwickelt. Im Gegensatz dazu erklärt man den Schülern, dass leider auch viele Familien nur überleben, weil ihre Kinder mitarbeiten und auf eine Schulausbildung verzichten müssen.

Aus diesem Grund ist es von Bedeutung, dass wir für die Waren, die wir aus diesen Ländern beziehen, Preise bezahlen, aus denen gerechte Löhne vergütet werden können. Für uns als Verbraucher ist es aber auch wichtig darauf zu achten, Fairtrade-Produkte von Anbietern zu beziehen, die nicht nur etwas mehr Lohn zahlen, sondern auch in die Verbesserung der Infrastruktur investieren.

Zur Vergewisserung, dass unsere Botschaft angekommen ist, machen wir verschiedene von Frau

Schmieder entwickelte Rätsel und Spiele und belohnen die Kinder mit einem Fairen Frühstück.

Die jährliche Fortsetzung des Projekts ist möglich durch die großzügige Spende von Brötchen aus dem Feierabendsortiment der Bäckerei Berger und der Kostenübernahme durch die Kirchengemeinde St. Konrad. In diesem Jahr 2017 gilt der Dank auch der Kreissparkasse.

Nicht nur die Panoramaschule ist an einer Fortsetzung in 2018 interessiert, sondern auch die Breitwiesenschule in Hochdorf, wo dieses Programm seit 2016 unterrichtet wird. Erste Signale kommen inzwischen auch von der Grundschule in Reichenbach, weshalb die Kolpingsfamiie schon heute für Verstärkung des Teams wirbt. Vielleicht gelingt es auch, den Unterricht im gesamten Bereich der Seelsorgeeinheit bzw. der künftigen Gesamtkirchengemeinde auszurichten.

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