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Ökumenischer Kirchenspaziergang zu den Heiligen von Plochingen

Von Pfarrbuero | 05.11.18

Die ökumenische Erwachsenenbildung griff in diesem Herbst das Thema „Heilige“ auf.

Zunächst geschah das durch einen Vortrag, in dem von katholischer Seite mit Pfarrvikar Thomas Vogel und von evangelischer Seite mit Pfarrer Frieder Grau die unterschiedlichen wie auch gemeinsamen Sichtweisen zu den Heiligen referiert und anschließend diskutiert wurden.

Sonntags darauf luden die Kirchengemeinden Interessierte und Gäste zu drei Stationen über Heilige in Plochingen ein: Heiliger Urban, Heilige Ottilie und Heiliger Blasius.

An einem schönen sonnigen Tag  besuchten wir als erste Station den  Heiligen Urban bei der Volksbank. Jürgen Günther gab Auskunft über Hintergründe zur Urbanstatue, geschaffen durch den Künstler Franz Otto Lipp, 1987.

Papst Urban I. (222-230) verfügte damals, dass Kelch und Patene (Schale für Hostie) beim Messopfer aus Silber oder Gold gefertigt sein sollen. So wurde ihm der Kelch als Attribut beigegeben, was wiederum zum Patronat des Weinheiligen führte. Er bekam eine Weintraube in die Hand. Sein Jahrtag ist der 25. Mai, das Ende der Eisheiligen-Frosttage. Noch heute bringen Südtiroler Gemeinden in Prozessionen Bild oder Statue in die Weinkeller, damit der Heilige den Fässern seinen Segen spende.

Bischof Urban von Langres und Autun, Frankreich, gestorben 375. Schutzpatron von Dijon. Von ihm wird gesagt, dass er sich vor seinen Verfolgern hinter einem Weinstock versteckt habe. Auch er gilt als Schutzpatron der Winzer, doch wird seine Funktion oft fälschlicherweise auf Urban I. übertragen. Verehrung in Klingenberg am Main.

Die Legende berichtet von einem Heiligen Urban, ein Wandermönch und Schüler des Heiligen Gallus. Er hat sich Anfang des 7. Jahrhundert auf der Cannstatter Altenburg mit Predigen und Taufen, aber auch mit Weinbau, Keltern und Aufbereitung des Weine einen Namen gemacht( Siehe hierzu auch Manfred Reiner, Wegspuren, Band 4.)

Einige Informationen über den Plochinger“ Historischen Weinbau“, Rebsorten, die Urbanstraße als „Heiligen-Gässle“, die Verbindung zu Kloster Roggenburg rundeten die Informationen ab, nicht zuletzt mit einem Wein-Probiererle der Sorten Grüner Veltliner und Trollinger Hansen. Und auf ging’s zur 2. Station

An der 2. Station, der Ottilienkapelle, wurden die Spaziergänger mit Harfenmusik begrüßt, die von Lana Tessin gespielt wurde. Nachdem die letzten Töne verklungen waren wurden die Besucher von Pfarrerin Karin Keck begrüßt. Sie erzählte, dass die Kapelle nach der heiligen Ottilie benannt wurde und wie die Kapelle heute genutzt wird. Nach dieser kurzen Einführung war es eine Überraschung, als plötzlich die heilige Ottilie (Antje Schwarz) auftauchte, die uns dann ihre Legende erzählte. Sie lebte im 10. Jahrhundert und gründete das Kloster Niedermünster am Fuße des Ottilienbergs, wo sich auch ihr Grab und eine Quelle befindet. Das Wasser hilft bei Augenleiden und ist wichtigster Wallfahrtsort des Elsass. Mit Harfenmusik wurden die Gäste verabschiedet um zur dritten und letzten Station zu gehen, dies war die ev, Stadtkirche St. Blasius in der der Abschluss stattfand.

Eine Gruppe Sänger und Sängerinnen der Kantorei begrüßte die Zuhörer mit mehrstimmigem  Gregorianischer Gesang.  Herr Eberhard Auwärter als Blasius und Pfarrer Gottfried  Hengel als Interviewer klärten die Zuhörer über diesen Heiligen auf. Im Laufe der Jahrhunderte wurde aus einer Michaelskirche eine Ulrichskirche und letztlich die heutige Blasiuskirche. Der Heilige Blasius im Fenster der Sakristei wird dort segnend mit zwei gekreuzten Kerzen dargestellt. Er wird wegen Halsleiden angerufen. Sein Jahrestag ist der 3. Februar.

Einen gemütlichen Ausklang für die Spaziergänger gab es dann noch bei Vesper und Most im Pfarrsaal der Evangelischen Stadtkirche.

Jürgen Günther/Christel Raisch

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